Der Alltag beginnt …

Letzten Montag war mein erster Arbeitstag, welcher erstmal mit einem gemütlichen Frühstück begann. Dann machte ich gemeinsam mit Kathleen die Kids fertig, bevor sie an diesem Morgen die Große alleine zur Schule brachte, weil es so regnete. Ich habe daheim kurz mit dem Kleinen gespielt bevor wir in gemeinsam zur Creche brachte. Creche ist eine Art Kindergarten für unter Dreijährige, die Kleinen kommen jedoch zum Großteil nur an einzelnen Tagen. Mein Kleiner geht jeweils montags und freitags von 9:00 bis 13:30 Uhr dahin. Dies hieß gleichzeitig, dass mein erster Tag relativ entspannt werden würde.
Wir fuhren auf dem Rückweg schnell zu einer der Banken hier in der Nähe und machten einen Termin für freitags zur Eröffnung meines Kontos aus. Den restlichen Morgen genossen wir zuhause die Ruhe bei der ein oder anderen Tasse Tee, weil die Häuser hier doch um einiges schlechter isoliert sind als in Deutschland und es deswegen oftmals auch drinnen nicht besonders warm ist.
Als wir mittags den Kleinen abholten fiel er Kathleen todmüde in die Arme, sodass wir in zuhause nur ins Bett legten und schon wieder eine Stunde frei hatten in der wir nen Sandwich zum Lunch aßen.
Nachmittags um drei holten wir zu dritt die Große aus der Schule, die praktischerweise direkt nebenan ist ab. Sie war immer noch relativ schüchtern und verschwand nach einen paar „Cheesecrackern“ im Zimmer ihrer Eltern. Wir spielten dann stattdessen wieder mit dem Kleinen und ich durfte ihn gegen Abend baden. Kathleen bereitete in dieser Zeit schnell das Abendessen für die beiden vor, wobei man hierbei nicht wirklich von Kochen sprechen kann, weil beide nur sehr wenig essen und man das Essen immer spätestens in 10 Minuten fertig hat.
So ging dann auch mein erster Arbeitstag zu Ende, den übrigen Abend verbrachten wir wie eigentlich die ganze Woche in Kathleens Zimmer und quatschten.

Nachdem wir dienstags auch die Große in die Schule gebracht hatten, fuhren wir mit dem Kleinen ins Pakuranga Plaza, ein Einkaufszentrum direkt hier in der Nähe, indem jeden Dienstag Programm für 1-5-Jährige angeboten wird und wo der Kleine sehr gerne hingeht. Diesmal war eine Frau dort die verschiedene große Schaumstoffteile dabei hatte, auf denen die Kleinen herumklettern konnten. Der Kleine hatte seinen Spaß mit den anderen Kids und so verging auch dieser Vormittag wie im Flug.
Nach einem kurzen Mittagsschlaf holten wir die Große ab, die an diesem Tag schon deutlich besser gelaunt war. Nachdem sie ihren Afternoon Tea hatte, baute ich zusammen mit ihr aus einem Set aus Plastikstöcken und Kugeln ein Iglu bzw. blieb es an diesem Mittag eher bei einem Versuch…, da ich die Anleitung hierfür erst später fand. Sie war nun schon viel offener und erzählte schon einiges von sich aus, wobei ich nur relativ wenig verstand, weil sie ein wenig undeutlich spricht und man sie deswegen schwerer versteht.

Mittwochs morgens gab uns meine Hostmum einen Zettel mit einer Veranstaltung von Dream Au Pair, die im einem Park beim Zoo in Auckland am gleichen Tag stattfinden sollte. Wir machten uns pünktlich auf den Weg dorthin und ich hoffte noch ein paar andere nette Au Pairs kennen zu lernen. Doch das klappte leider nicht so gut, da erstens nur vier oder fünf andere Au Pairs da waren, die entweder auch schon bald abreisten oder ich gar nicht groß mit ihnen ins Gespräch kam, weil sie zu sehr mit den Kids beschäftigt waren. Zusätzlich war der Kleine schon den ganzen Morgen nicht fit und hing viel an uns… . Als es dann auch noch anfing stark zu regnen, machten wir uns nach weniger als einer Stunde auf den Heimweg.
Nachmittags baute ich mit der Großen nochmal das Iglu, diesmal mit Anleitung und mit Erfolg und so war sie überglücklich als meine Hostparents abends heimkamen. Der Kleine war zum Glück auch wieder besser drauf als morgens.

Am nächsten Tag zeigt mir Kathleen noch die örtliche Spielgruppe zu der ich auch laufen kann. Leider war der Kleine immer noch kränklich und wir gingen bereits als einige Kinder erst kamen, aber ich bin ja noch länger hier und werde bestimmt nochmal dort vorbeischauen :-).
Der übrige Arbeitstag war relativ unspektakulär, da man mit dem Kleinen nicht sehr viel anfangen konnte und die Große ziemlich geschafft vom langen Tag war und deswegen viel an iPod und iPad hing.
Abends war ich noch in meinem ersten englischen Kinofilm hier in Neuseeland mit Kathleen und einer Freundin von ihr. Obwohl die Story von Bad Neighbours 2 nicht besonders schwer ist, fand ich es schwer viel zu verstehen. Mit der Zeit wurde ich immer müder und so habe ich beschlossen bevor ich hier wieder ins Kino gehen schaue ich erstmal ein paar englische Filme zuhause. Ansonsten war es aber auch ein schöner Abend :-).

Freitags war dann leider schon der letzte Arbeitstag von Kathleen und wiederum relativ entspannt. Nachdem beide Kinder aus dem Haus waren fuhren wir zu meinem Termin in der Bank. Doch die hatten dort irgendein Problem mit meinen Unterlagen und meinten sie müssten den Manager fragen, der jedoch zur Zeit nicht im Haus sei. Ich gab ihnen zu verstehen, dass ich aber extra hier einen Termin gemacht hatte, im Moment noch kein Auto gefahren sei und normalerweise auf einen 2-Jährigen aufpasse. Doch die „tolle“ Bankkauffrau meinte daraufhin nur, ich könne es wo anders probieren oder einen neuen Termin ausmachen. Wir sind dann in die Nachbarbank und dort funktionierte Alles ohne Manager, Termin oder sonstige Probleme.
Zuhause kümmerte ich mich dann noch um die Beantragung meiner neuseeländischen Steuernummer und gegen Mittag bekamen wir Besuch von einer Betreuerin von Dream Au Pair. Sie hatte einerseits mit Kathleen ihr Abschlussgespräch, zeigte mir aber auch im Anschluss ein Programm in dem die Entwicklung des Kleinen festgehalten wird und wo sowohl sie als auch ich jederzeit etwas reinschreiben können.
Mittags spielten wir mit dem Kleinen alleine, weil die Große auf einer Kinderdisko in der Schule war.
Abends wollte Kathleen noch das letzte Mal in Auckland feiern gehen und außer mir kam noch ein anderes deutsches Au Pair mit. Es war echt ein cooler Abend und wir hatten viel Spaß. Wobei ich erstmal geschockt über die Alkoholpreise in Neuseeland war. Man zahlt hier selbst für die billigste Flasche Wein im Laden umgerechnet 6 Euro.

Samstags schliefen wir dann erstmal gemütlich aus. Wir wollten zwar eigentlich mit der Familie noch auf einen Markt, doch das fiel aus, weil das Wetter vormittags einfach so schlecht war. Mittags schien natürlich wieder die Sonne und es wurde auch total warm… aber so ist das nun mal mit dem Wetter hier :-D. Stattdessen lief ich dann mal endlich runter zum Meer und genoss die Vorstellung, dass ich in den nächsten Monaten nur 15min bis zum Meer laufen muss oder zum Strand in 5min fahren kann.
Am letzten Abend von Kathleen waren wir dann noch mit der neuseeländischen Freundin von Kathleen und der Hostmum zum Dinner verabredet, was auch echt lecker war. Doch leider verstand ich nicht so viel von dem vorüber sich die Anderen unterhielten, weil es mir, insbesondere wenn es viele Hintergrundgeräusche gibt, noch schwer fällt dem Gespräch zu folgen, aber hoffe, dass das in den nächsten Wochen und Monaten besser wird.

Sonntags war dann auch der Tag der Abreise von Kathleen gekommen :-(. Ihr fiel es natürlich mega schwer sich von allen hier zu verabschieden, weil sie in den letzten Monaten hier ein zweites Zuhause gefunden hatte. Aber auch ich war nicht besonders glücklich, weil mir bewusste wurde, dass ich nun erstmal auf mich alleine gestellt war. Vorher war immer jemand dabei gewesen, der mir Alles zeigen, mit dem ich deutsch reden und der meine Situation besonders gut nachvollziehen konnte. Nach einem letzten gemeinsamen Lunch mit Kuchen, Sandwiches, so ner neuseeländischen Spezialität, Chips… brachten mein Hostdad und ich Kathleen zum Flughafen. Zuhause verabschiedete sie sich schon von den Kids, die gar nicht richtig realisierten, dass Kathleen jetzt nicht nur mal wieder in den Urlaub fährt, und unserer Hostmum.
Wieder daheim zog ich dann doch erstmal in Kathleens altes Zimmer, weil im Gartenhaus erst noch was repariert werden muss und das WLAN dort auch noch nicht besonders ist. Als ich grade am Auspacken war überraschte mich meine Hostmum und der Kleine noch mit einem kuscheligen Bademantel, den sie für mich gekauft hatten, weil es ja jetzt kalt würde. Total süß! Den restlichen Abend verbrachte ich hauptsächlich mit der Familie und schaute zum ersten Mal neuseeländischen Fernsehen (bis dahin hatte ich nur mal Kindersendungen mit den Kids geschaut).

Heute hatte ich jetzt schon meinen ersten Arbeitstag alleine, aber davon werde ich euch im nächsten Blog berichten… 🙂

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