Alleine nach Wellington

Nun kommt endlich mein Bericht über den Trip nach Wellington letztes Wochenende. Es war ja mein erster Ausflug komplett alleine und ich hätte nicht gedacht, dass es so gut wird, aber bis auf das beschissene Wetter (es hat Samstag und Sonntag komplett durchgeschüttet) und das nicht so tolle Hostel, hatte ich echt eine mega Zeit.

Freitags habe ich mich vormittags, nachdem die Kids aus dem Haus waren, auf den Weg zum Flughafen gemacht. Da ich mit Bus und Bahn unterwegs war und man hier nie weiß ob die fahren (10-15 Minuten Verspätung bei einem Bus ist hier keine Besonderheit), hatte ich extra eine frühe Verbindung rausgesucht. Natürlich hat dann ausnahmsweise alles super geklappt bzw. konnte ich sogar noch einen früheren Bus nehmen, weil der soviel Verspätung hatte. Aber naja was solls besser so als zu spät :-).
Nach nur 45 Minuten Flug bin ich dann gegen viertel vor vier in Wellington gelandet und mit dem Airport-Shuttle in die Stadt gefahren. Dort habe ich kurz meine Sachen abgestellt und mir dann bei einem Spaziergang einen ersten Eindruck von der Stadt gemacht. Es war zwar typisches „Wellingtonwetter“ (sehr windig), dennoch hat mir die Uferpromenade und die Innenstadt sehr gut gefallen.


Zurück im Hostel bin ich mit Katherine, einer Schottin, ins Gespräch gekommen, die für den Abend mit einer anderen Deutschen verabredet war. Zu dritt haben wir uns dann auf zum Nightmarket gemacht, der viel kleiner als der bei uns ist, aber dafür waren dort nicht so viele Asiaten und es herrschte ein anderes Flair. Den Abend ließen wir dann im Anschluss in einem einem coolen Pub ausklingen.

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ganz viele verschiedene selbstgemachte Sachen

Samstag morgen hat es dann schon als ich aufwachte geschüttet und so machten Katherine und ich uns wenig später auf zum Undergroundmarket, wo es total schöne selbstgemachte Sachen gab. Ich hätte hier ewig bleiben können, aber mal wieder bemühte ich mich nichts zu kaufen, weil mein Gepäck ja eh sehr beschränkt ist. Weiter ging es wegen des Wetters ins Te Papa, das Nationalmuseum Neuseelands. Erst war ich gemeinsam mit Katherine unterwegs, aber sie verabschiedete sich dann, weil sie noch an dem Tag weiter Richtung Norden reisen wollte. Die Ausstellungen waren echt interessant (besonders die in den oberen Etagen zu den Maoris, Ursprüngen Neuseelands und die Veränderungen bis heute…), aber einfach zu groß, sodass mich die Lust irgendwann verließ mir den Rest anzuschauen.


Glücklicherweise hatte es aufgehört zu regnen und so lief ich zu den weltbekannten Cable Cars. Doch im Bezug auf das Wetter hatte ich echt eine Pechsträhne und so fing es wieder an als ich gerade mein Ticket gekauft hatte und auf dem Weg nach oben war. Also legte ich erst mal einen kurzen Stopp im Cable Car Museum ein, entschied mich aber dann trotz des Wetters mir den botanischen Garten nicht entgehen zu lassen. Es war zwar ein wenig nass ;-), aber gleichzeitig superschön, da sich kaum ein anderer dorthin verirrt hatte und der Garten ganz anders wirkte als bei strahlemden Sonnenschein. Ich hatte zwar nicht damit gerechnet, aber dies war wieder einer der Momente, der einem zeigt weshalb man hier unten am anderen Ende der Welt ist. Aber nach einiger Zeit war ich dann nur noch nass und mir war auch ziemlich kalt, sodass ich mich auf den Rückweg zum Hostel machte.


Mein Abend war dann etwas chaotisch, weil die meisten Leute aus meinem Hostel Longterms (d.h. sie wohnen im Hostel für längere Zeit, um in Wellington zu arbeiten) waren und nicht wirklich etwas mit neuen Leuten zu tun haben wollten. Deswegen hatte ich mich eigentlich mit ein paar anderen Au Pairs verabredet, die in einem anderen Hostel wohnten. Doch irgendwie gab es Probleme mit der Kommunikation, weshalb ich ziemlich froh war als mich beim Essen ein anderer Deutscher anquatschte und mich mit zu einem Haufen verrückter Südamerikanern nahm. Auch wenn die zu Beginn hauptsächlich spanisch sprachen, waren sie echt nett und so kam es, dass ich am Ende spontan mit ihnen feiern ging und einen super Abend hatte.

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Neuseeländische Parlament mit Bücherei

Am nächsten Morgen war ich trotzdem wieder relativ früh wach, da es im Hostel einfach total unruhig war. Ich entschied mich dann, weil es schon wieder Binnfäden regnete, eine Tour durchs Parlament zu machen. Bis ich dort ankam war ich zwar schon wieder komplett durchnässt, aber die Führung war echt gut: nicht zu lang und ich konnte einiges darüber erfahren wie Neuseeland regiert wird.
Nach der Tour unterhielt ich mich noch kurz mit zwei Empfangsmitarbeitern, die mir den Tipp gaben das Regenwetter doch für einen Besuch im Wellington Museum zu nutzen. Ich hatte zwar nicht so viel Lust schon wieder ein Museum zu besuchen, aber was blieb mir anderes übrig. Doch leider gefiel es mir nicht im Ansatz so gut wie das Te Papa und so kürzte ich meinen Rundgang „ein wenig“ ab.
Da ich nicht zurück ins Hostel wollte entschied ich mich spontan noch zu den Weta Caves zu fahren, wo ich eigentlich gar nicht hinwollte (dachte es dreht sich dort wieder alles nur um Hobbit sowie Herr der Ringe). Für alle, die mit Weta Caves nichts anfangen können, es handelt sich hier bei um eine Firma, die von einem Puppenbauerpaar gegründet wurde, und seit den Anfängen von Peter Jacksons Karriere Kostüme, Waffen und andere Requisiten für seine Filme herstellt. Mit der Zeit hat die Firma Berühmtheit erlangt und bekommt Aufträge aus der ganzen Welt (neben Peter Jacksons Filmen z.B. Narnia, Avatar und die Tribute von Panem). Im ersten Moment war ich vom Museum und dem Shop ein wenig enttäuscht, aber dann schaute ich mir den Film zu der Entwicklung der Weta Caves an, der mich total überzeugte. So kaufte ich mir kurzfristig doch noch ein Ticket für den Workshop, eine Führung in der man viel über die Herstellung sowie Filmtechnik erfährt und viele Teile zu sehen bekommt. Es war echt richtig gut gemacht und man konnte auch als Herr der Ringe-/ Hobbitlaie viel mitnehmen. Ich wusste z.B. gar nicht, dass Neuseeland so eine große Filmindustrie hat.


Der restliche Abend war dann relativ entspannt, weil ich ziemlich müde war. Nachdem ich noch einen kurzen Spaziergang durchs dunkle Wellington gemacht hatte, unterhielt ich mich noch ein wenig mit einem der Spanier vom Vorabend und ging schlafen.

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Blick auf Wellington

Montag war dann bereits mein letzter Tag, dafür aber der erste trockene, weswegen ich noch einiges vorhatte. Zuerst einmal lief ich auf den Mount Victoria, was echt anstrengend war, weil es total matschig war. Die Aussicht war dagegen eher enttäuschend, da es total dissig war, aber zumindest bin ich oben gewesen :-).
Aus der City heraus nahm ich dann einen Bus heraus zum Red Rock Reserve oder eher gesagt in die Nähe davon, denn ich musste noch 2,5 km laufen bevor ich überhaupt dort ankam. Aber es lohnte sich total, denn schon die Küste nahe meiner Bushaltestelle war richtig schön und so entschied ich mich am Wasser statt an der Straße langzulaufen. Dort traf ich eine Frau, die mir kleine, wunderschöne Muscheln, welche für Neuseeland bekannt sind, zeigte und als wäre es eine Art Bestimmung gewesen fand ich nur wenige Meter weiter eine riesengroße. Aber das sollte nicht das einzige Highlight des Tages bleiben, denn die Natur im Reserve war noch besser. Auf der einen Seite waren die grünbewachsenen, steilabfallenden Berge und auf der anderen die schroffe Küste. Dazu hatten sich hierhin an diesem Tag kaum Touristen verirrt und so begegnete ich nur wenigen Spaziergängern. Ich fühlte mich so frei und der Ausflug war der absolute Höhepunkt des Wochenendes. Nach einiger Zeit erreichte ich auch endlich die Red Rocks und wollte noch weiter zu den „Seals“ laufen, die in einer wilden Kolonie nur ein bisschen weiter leben. Doch dazu hätte ich einen Fluss durchqueren müssen, der wegen des ganzen Regens nicht gerade klein war. Da ich meine Kamera dabei hatte, alleine unterwegs war und abends pünktlich am Flughafen sein wollte, entschied ich mich dann dagegen und machte mich auf den Rückweg. Aber zufällig entdeckte ich plötzlich auf dem Rückweg einen einzelnen Seehund und freute mich total über ihn (denn immerhin war ich eigentlich wegen ihnen hier rausgefahren und gelaufen). Der restliche Weg zock sich trotz sich dann trotz toller Natur ziemlich und ich war froh als ich im Bus zurück in die Stadt saß.

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Dort ging es nochmal schnell zum Hafen, bevor ich eine Kleinigkeit aß und meinen Rucksack aus dem Hostel abholte. Dann war es auch schon Zeit sich auf den Weg zum Flughafen zu machen, wo ich coolerweise spontan noch auf Verena von meinen Orientierungstagen traf. Nachdem wir ein paar Minuten gequatscht hatten, musste ich dann auch einchecken, um pünktlich am Gate zu sein und ehe ich mich versah waren wir auch schon wieder in Auckland.

So ging ein echt super Wochenende, an dem ich lernte, dass es auch total toll sein kann ein wenig alleine zu reisen, zu Ende. Auch wenn ich es natürlich nicht gegen die Roadtrips mit meinen Mädels tauschen möchte :-). Ansonsten war ich ein wenig froh wieder mein eigenes Zimmer zu haben, da das Hostel echt nicht so der Bringer war und so schlief ich auch direkt mal 12h am Stück (da fragt auch keiner mehr wer die letzten Nächte nicht gut geschlafen hat). Dennoch ist Wellington eine tolle Stadt (vielleicht noch ein wenig besser bei tollem Wetter) und ich bin mehr als froh, dass ich „gezwungenerweise“ (hätte ich nicht so kurzfristig freigehabt wäre ich wahrscheinlich nur für samstags hin & sonntags wieder zurück geflogen) so viel Zeit in Wellington hatte. Fazit: Die „kleinste coolste Hauptstadt der Welt“ sollte auf einer Reise durch Neuseeland auf keinen Fall fehlen ;-).

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Ein Gedanke zu “Alleine nach Wellington

  1. Heike schreibt:

    Liebe Lena,
    Ich freue mich auf jeden neuen Erlebnisbericht von dir.
    Da können wir immer noch einmal ganz genau nachlesen, was du wieder erlebt hast und wie es dir geht. … und viele tolle Fotos sehen.
    Es ist zwar auch eine Menge Arbeit für dich, doch bringt es uns Daheimgebliebenen ein Stück Neuseeland ins Haus. Danke dafür!
    Geniesse die tolle Zeit in Neuseeland.
    Liebe Grüße Mama

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