Drei Wochen Südinsel – eine unvergessliche Reise

Nach einer langen Pause melde ich mich wieder bei euch :-). Erst wollte ich meinen Urlaub bis zur letzten Sekunde auskosten und die vergangene Woche brauchte ich einfach um mich wieder einzuleben, meine Fotos zu sortieren und um mich mal auszuruhen. Hoffentlich hattet ihr alle schöne Weihnachtstage und seid gut ins neue Jahr gekommen.

Über die Zeit auf der Südinsel könnte ich natürlich 1000 und eine Geschichte erzählen und ich wäre immer noch nicht fertig: um es zusammenzufassen es war wunderschön, unvergesslich und einzigartig. Wir hatten geniale drei Wochen mit meist gutem Wetter, vielen netten Leuten, viel Bewegung und vor allem ganz viel unterschiedlicher Natur, sodass wir am liebsten noch verlängert hätten. Da es wie schon geschrieben eindeutig den Rahmen sprengen würde, werde ich mich auf ein paar Highlights beschränken und ansonsten einfach Fotos sprechen lassen.

dsc00346

185 Empty White Chairs

Los ging es für Julia und mich am 26. Dezember in Christchurch, eine Stadt, die von den vergangenen Erdbeben bis heute stark geprägt ist. Auch wenn viele sie immer als hässlich bezeichnen, bin ich froh auch dort gewesen zu sein, denn Erdbeben gehören leider einfach zu Neuseeland dazu und vor allem das Museum „Quake City“ fand ich sehr gut gestaltet.

dsc00361

Re:Start Mall

Ansonsten war es auch interessant zu sehen wie die Neuseeländer versuchen das Image der Stadt wieder aufzupolieren und das Beste aus der Situation zu machen.
Am nächsten Tag ging es direkt auf die längste Busfahrt der ganzen Tour hoch bis nach Picton, da Kaikoura zu diesem Zeitpunkt immer noch auf Grund des Erdbebens im November schwer zugänglich war. Dies war natürlich schade, da ich so gerne Whalewatching gemacht hätte, aber so genossen wir einen freien Tag in Picton. Diesen nutzten wir um eine Bootstour durch die Marlborough Sound zu machen. Bei bestem Wetter ging es direkt morgens los

dsc00647

Snout Track Picton

und es war einfach traumhaft. Wir umgeben der riesigen grünen Berge und des tiefblauen Ozeans, dieser Ort hatte ich wirklich total unterschätzt. Wir sahen Pinguine im Wasser, hielten an der Stelle, wo einst Cook mit seinem Segelschiff angekommen war, und fuhren auf dem Rückweg in mehrere Seitenarme rein, die noch schöner waren. Mittags nachdem wir wieder zurück waren beschlossen wir uns die Fjordlandschaft noch aus einer ganz anderen Perspektive anzuschauen: bei einer Wanderung bis zu einem wunderschönen Aussichtspunkt. Mir fehlen wirklich die Worte es angemessen zu beschreiben, aber bereits am dritten Tag unserer Reise erlebte ich eines meiner Highlights des ganzen Trips.

dsc00637

Marlborough Sounds

Weiter ging es von dort aus am nächsten Tag Richtung Abel Tasman mit Zwischenstopp in einem Weingut. Wir wohnten für die nächsten drei Tage direkt am Rande des

dscn0706

vom Kayak hat man nochmal eine ganz andere Sicht auf den Park

Nationalparks und entdeckten ihn wiederrum auf unterschiedliche Weise. Das Wetter war entgegen der Prognosen gut und wir konnten die Zeit voll auskosten. Am ersten Tag liehen wir uns Kajaks und nach einer kurzen Einweisung paddelten wir das erste Stück bis kurz vor Anchorage hinauf und später wieder hinunter. An einer Insel sahen wir Robben, die sich sonnten, stoppten an mehreren Stränden und genossen die Sicht vom Meer auf den Park. Während die Strände morgens aufgrund der Flut echt schmal waren, zeigten sie sich nachmittags in ihrer wahren Schönheit:

img_6357

Mittagspause am Strand

leuchtend gelb mit feinem Sand und türkisem Wasser. Wir genossen die Freiheit hin paddeln zu können, wo auch immer wir wollten und kamen schließlich doch ziemlich platt wieder nach Marahau zurück. Auch dies ein Ausflug den ich so schnell nicht vergessen werde!
Am zweiten Tag nutze ich das Wassertaxi, was alleine schon eine Erfahrung war, und wanderte durch einen Teil in der Mitte des Parks. Die Strecke war zum Glück nicht allzu lange und so hatte ich genügend Zeit überall Pausen einzulegen, schwimmen zu gehen, die Aussicht zu genießen… . Es stimmte zudem, dass dieser Part des Parks noch schöner ist und vor allem nicht ganz so überlaufen wie der untere. Es war das beste Geschenk was ich mir selbst zu Silvester hätte machen können, auch wenn ich vor Neuseeland niemals gedacht hätte, dass ich mal alleine wandern gehen würde!


Der Silvesterabend war auch toll, auch wenn wir ein wenig abgeschottet waren. Wir feierten im Hostel zusammen mit allen anderen aus unserem Bus, hatten auch ohne Feuerwerk viel Spaß und ließen die Nacht später am Strand ausklingen. Ein super Start in 2017!
Den letzten Tag ließen wir dann entspannt angehen und schliefen erstmal aus, bevor es an den Strand zum Baden und Sonnen ging.

dsc00919

Cape Foulwind

Unsere Tour ging weiter Richtung Westküste ans Cape Foulwind sowie in die verregnete Stadt Westport. Von dort aus ging es am nächsten Tag langsam die Küste entlang mit Zwischenstopp an den beeindruckenden Pancake-Rocks sowie an einer der vielen Greenstonefabriken (dort werden die berühmten grünen neuseeländischen Ketten aus grünem Flussstein produziert).

dsc00958

Pancake Rocks

Am Abend erreichten wir das Franz-Josef Village, was total von Touristen überlaufen. Cool war die Bar, welche zum Hostel gehörte und in welcher abends immer viel los war. Für den nächsten Tag hatte ich eine Helikopterwanderung auf dem Gletscher gebucht, welche aber wegen Nebel, Wolken und Wind gecancelt wurde. So blieb uns nichts Anderes übrig als von unten an den Gletscher zu wandern. Es war echt faszinierend, dass der Regenwald direkt bis an den Gletscher reichte, aber zugleich schockierend zu sehen, wie viel der Gletscher in den letzten Jahren geschmolzen war. Aus diesem Grund war ich im Nachhinein gar nicht so unglücklich, dass es mit meiner Wanderung nicht geklappt hatte.

dsc01001

Franz Josef Glacier

Nach einem Tag Fahrpause ging es am nächsten Morgen zurück in den Bus, weiter die Westküste entlang. Vormittags machten wir eine Pause am wunderschönen Spiegelsee

dsc01100

Zwischenstopp am Lake Matheson 

„Lake Matheson“ und später noch einem tollen Strand. Dies war auch das letzte Mal, dass wir das Meer für die kommenden Tage sahen, denn von hier aus ging es landeinwärts. Wir näherten uns langsam wieder den Bergen und die Fahrt entlang der Seen Wanaka und Hawea war wirklich eine der schönsten Strecken der ganzen Reise. Es gab uns einen leichten Vorgeschmack auf alles, was uns die nächsten 1,5 Tage erwarten würde. Wiederrum ging es aus dem Bus und direkt rein in die Natur. Nachmittags verbrachten wir Zeit am See und besuchten den berühmten „Lonely Tree“ und abends ging es auf den Berg Iron, um die untergehende Sonne zu beobachten. Ich weiß ich wiederhole mich, aber es war wunderschön! Für den nächsten Tag hatten wir wohl die anstrengendsten unserer Wanderungen auf der Südinsel geplant: wir wollten hoch zu Roys Peak. Schon vorher war uns klar, dass wir uns diesen tollen Blick erst erarbeiten mussten (wie so vieles hier), aber dass es so hart werden würde hätten wir auch nicht gedacht. Es ging drei Stunden lang nur bergauf und wären Julia & ich nicht zu zweit unterwegs gewesen, hätten wir sicherlich aufgegeben. Wir kämpften uns am Ende Meter für Meter voran und schafften es letztlich auch. Die Aussicht von oben war einfach mega und es war alle Anstrengung wert gewesen! Gewiss einer der tollsten Ausblicke meines bisherigen Lebens, wir waren mehr als glücklich und wollten eigentlich gar nicht mehr herunter! Eindeutig ist diese Region mit den schönen Bergen, dem tollen See und der einzigarten Landschaft im Hinterland ein weiteres meiner Highlights, wenn nicht sogar das Beste, auf der Südinsel!

Nachdem wir am nächsten Morgen noch die Puzzling World besucht hatten, mussten wir uns auch von diesem wundervollen Ort verabschieden und es ging weiter in die Action-

DCIM100GOPRO

Paragliding – fliegen wie ein Vogel

und Partymetropole Neuseelands: Queenstown. Ob Bungy, Skydive, Jetboat oder oder oder – hier gibt es wohl alles. Um die Frage im Vorhinein zu beantworten: nein, ich war nicht mutig genug (für die Actiondinge ist eher Julia zuständig…) und so entschied ich mich für einen vielleicht etwas unspektakulären, aber dennoch superschönen Gleitschirmflug. Nach zwei erfolglosen Versuchen klappte es im dritten Anlauf endlich. Zwar war die Thermik nicht gut und der Flug so relativ kurz, doch es war ein tolles Gefühl durch die Luft zu schweben und die Hinterlandschaft von Queenstown aus der Vogelperspektive zu sehen. Sollte man auf alle Fälle mal in seinem Leben gemacht haben! Als Bonus für den kurzen Flug durfte ich sogar noch ein zweites Mal abheben und ein wenig „funny stuff“ in der Luft zusammen mit meinem Begleiter ausprobieren, echt cool! Ansonsten gingen wir mit dem kompletten Bus inklusive Fahrer feiern, was richtig gut war, probierten die angeblich besten Burger der Welt (gut waren sie ,aber ersteres bezweifle ich), entspannten am Seeufer und wanderten mal wieder ein wenig (aber nach vier Bergen in fünf Tagen hatten wir echt genug).

Nach drei Nächten war es aber auch gut, denn Neuseeland bietet einfach noch sooo viel mehr und es ging weiter Richtung Fjordland, dem größten Nationalparks Neuseelands.

dsc01520

Fjordland Nationalpark

Insbesondere bei diesem tollen Wetter war die Fahrt dorthin einfach ein Traum und man konnte gar nicht genug Stopps machen. Langsam schlängelten wir uns an den Bergen, vielen Wasserfällen sowie kleinen Seen und Flüssen vorbei zum Milford Sound. Der Blick, als wir aus dem steinzeitartigen Tunnel herausfuhren, haute mich einfach nur um: ich hatte das Gefühl in einer anderen Welt

dsc01567

Bootstour Milford Sound

angekommen zu sein! Die Fahrt zum Hafen war fast schöner als die Bootstour selbst. Auch wenn die spitz aus dem Wasser herausschießenden Berge, die mehr als 100 Meter hohen Wasserfälle und einfach die tolle Farbkombination natürlich auch beeindruckend war. Ich kann es gar nicht oft genug sagen, wie unbeschreiblich schön und vor allem abwechslungsreich dieses Land ist :-). So war ich auch mehr als froh, dass wir nicht

dsc01671

blauer Himmel an dort, wo es über 200 Tage im Jahr regnet

am gleichen Tag noch zurückmussten, sondern nach ein paar weiteren Stopps direkt im Nationalpark übernachten konnten. Zwar war alles sehr einfach und es gab nur Strom und Licht bis um zehn, aber es reichte völlig aus.

Der Wanderung am Morgen des nächsten Tages fiel aufgrund des schlechten Wetters leider aus und wir verbrachten mehr oder weniger den ganzen Tag im Bus, da unsere Fähre nach Steward Island erst abends ging. Aber unser Busfahrer versuchte die Fahrt mit Musikwünschen, Zwischenstopps… so angenehm wie möglich zu gestalten. Nachdem wir einige Zeit in Te Anau, dem Eingangstor des Nationalparks, am südlichsten Punkt Neuseelands und einigen weiteren Orten verbracht hatten setzten wir nach Stewart Island über. Trotz des schlechten Wetters beobachteten wir abends am Hafen über zehn wildlebende Pinguine, die über die Steine in ihre Höhlen watschelten, und hielten fast drei Stunden lang nach Kiwis Ausschau, doch leider sahen wir nur einen wegrennen. Aber schon cool was dort alles für Tiere leben! Am nächsten Tag erkundeten wir bei einer Wanderung zu Fuß noch ein wenig die Insel bevor es nachmittags wieder zurück ans Festland ging. Doch diese Fährfahrt werde ich so schnell leider nicht vergessen. Noch nie habe ich so eine schlimme Bootsfahrt gehabt, denn die Wellen schwappten so hoch, dass man aus den Fenster nur noch Wasser sah, als wir aus dem Hafen waren durfte außer der Crew keiner mehr aufstehen und es waren mehr als ausreichend Spucktüten, nasse Tücher etc. in Benutzung. Ich war total froh, als nach knapp einer Stunde das Festland in Sicht kam und es nicht mehr als zu viel schaukelte.

dsc01953

Fahrt nach Mount Cook

Unsere Reise ging nun leider schon dem Ende zu und nach einer weiteren Nacht in Queenstown fuhren wir Richtung Mount Cook. Die Fahrt dorthin war schon total sehenswert, wieder einmal veränderte sich die Landschaft alle paar Meter und es war super schön. Als wir dann am Lake Pukaki vorbeikamen traute ich meinen Augen kaum, noch nie in meinem Leben habe ich solch einen türkisleuchtenden See gesehen. Es wirkte als hätte man Leuchtfarbe ins Wasser geschüttet und mit

dsc01974

Lake Pukaki

den Bergen im Hintergrund war es einfach wunderschön! Zum Glück hielten wir auch hier mehrfach an und konnten die Szenerie bei strahlendblauem Himmel einfach nur genießen. Das tolle Wetter hielt zu Glück auch noch den übrigen Nachmittag an und wir wanderten zum Gletschersee unterhalb von Mount Cook. Die grünen Berge mit weißen Spitzen, das Tal, durch welches wir liefen, sowie der leuchtende See im Hintergrund waren einfach nur atemberaubend schön. Zudem war es echt interessant wie unterschiedlich die Landschaft

dsc01975

Blick auf Mount Cook

hier im Gegensatz zu Franz Josef war, obwohl wir „nur“ auf der anderen Seite des Gebirges waren. Doch mir persönlich gefiel es hier deutlich besser und der gesamte Tag hörte ebenfalls zu meinen Höhepunkten der Reise. Es war einfach wundervoll (hoffe ihr seid nicht zu sehr genervt von meinen Beschreibungen, aber wer schon hier unten war wird mir zustimmen)! Abends wollten wir noch Sterne schauen, weil man aus Mount Cook einen der besten Blicke der Welt auf den Sternenhimmel haben soll, doch wir hatten den Vollmond nicht bedacht: er alleine war schon total hell und wurde zudem noch vom Schnee reflektiert, sodass wir nicht viele Sterne sahen.

An unserem letzten Tag im Bus ging es mit Pause am See Pukaki sowie am See Tekapo zurück nach Christchurch. Ich hatte mich auf letzteren eigentlich nochmal total gefreut, aber es war ziemlich grau und dazu war die bekannte Kirche am Ufer total überlaufen von

dsc02130

Lake Tekapo

Touristen. Nachmittags kamen wir wieder an unserem Ausgangspunkt an und auch wenn wir noch Zeit mit den Anderen aus dem Bus genossen, kam bei uns doch ein wenig Wehmut auf. Die letzten drei Wochen waren viel zu schnell gegangen und zugleich ist diese Reise das letzte Große gewesen, was Julia und ich zusammen hier unten gemacht haben, da sie in weniger als einer Woche nach Australien fliegt. Schon mal an dieser Stelle: Julia, du warst der beste Travelmate, den ich mir hätte vorstellen können und auch wenn ich in meinen letzten Wochen noch einiges erleben werde wirst du mir sehr fehlen!

An unserem letzten Tag passierte dann nicht mehr viel Spannendes, wir hatten uns entschieden etwas auszuschlafen und machten uns dann auf den Weg zum Flughafen. Mit einem super Blick über die Südinsel verabschiedeten wir uns auf dem Heimflug von diesem wunderbaren Teil Neuseelands.

dsc02143

Leider geht es schon zurück nach Auckland!

Es war wirklich eine wundervolle Zeit und wer mich fragt was wohl das Beste gewesen sein, dem werde ich nur sehr schwer eine Antwort geben können, denn klar habe ich Favoriten doch war vieles so unterschiedlich und supersuper schön. Diese drei Wochen bzw. auch die ganze Zeit hier unten werde ich niemals vergessen und ganz bestimmt zurückkommen!!! Und an alle, die noch einen Reisetipp brauchen, dieses Land am anderen Ende der Welt ist es auf alle Fälle wert <3.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Drei Wochen Südinsel – eine unvergessliche Reise

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s